Chemieindustrie

 

Die Chemische Industrie der Türkei besitzt ein enormes Wachstumspotenzial und der momentan geringe Pro-Kopf-Verbrauch an chemischen Produkten lässt einen steigenden Absatz erwarten.

 

Viele führende Marken wie zum Beispiel BASF, Bayer, Dow, Evonik, Henkel, Linde, P&G und PPG fertigen bereits seit Jahrzehnten in der Türkei. Das Land ist jedoch mit ihrem kräftigen Marktwachstum, angestoßen durch wachsende Verbrauchermärkte und wettbewerbsfähige Produktionskosten, nicht nur ein lohnender Investitionsstandort für Chemieunternehmen, sondern auch ein bedeutender Exportdrehkreuz.

 

Deutschland ist zum Beispiel mit einem Exportwert von ca. USD 3,7 Mrd. (2016) mit Abstand der führende Lieferant chemischer Erzeugnisse in der Türkei. Die größten deutschen Lieferposten sind Kunststoffe in Primärformen und Arzneimittel.

 

In der türkischen Chemieindustrie existieren landesweit mehr als 4.000 Betriebe, aber nur etwa 2% sind größere Betriebe mit mehr als 150 Mitarbeitern.

 

Eine starke Dynamik besitzt insbesondere die Herstellung von Kunststoffen sowie von Farben und Lacken. Die enorm wachsende Wirtschaft sorgt für eine steigende Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen aller Art.

 

Die Chemieindustrie in der Türke ist zwar stark diversifiziert, jedoch massiv auf importierte Rohstoffe und Vorprodukte angewiesen. Ohne Pharmaprodukte setzt die Branche momentan etwa 18 Mrd. EUR um. 30 bis 35% des Gesamtumsatzes wird mit Chemischen Grundstoffen wie Polymeren, Petro-Chemikalien und anorganischen Chemikalien erzielt. Der Anteil der Pharmabranche ergibt etwa 25%. Der Anteil der Konsumchemikalien sowie Fein- und Spezialchemikalien beträgt jeweils etwa 20%.

 

Landeseigene Wettbewerbsvorteile bieten die regionalen Rohstoffvorkommen. Die Türkei gehört zum Beispiel zu den führenden Herstellern von Natriumcarbonat und Chrom- / Borverbindungen. Darüber hinaus gehört das Land zu den weltweit fünf führenden Chromerz fördernden Ländern. Es exportiert einige der wichtigsten Chromverbindungen und –derivate wie zum Beispiel Natriumdichromat, Chromsulfat, Chromsäure und Chromoxid.

 

So sind in viele Teilbereichen sehr unterschiedliche Aktivitäten ausländischer Unternehmen zu beobachten. Die türkische Tochtergesellschaft der Cargill plant zum Beispiel eine umfangreiche Investition in einen dritten Fertigungsstandort in der Türkei. Der neue Standort soll hauptsächlich zur Kapazitätsausweitung im Bereich der pflanzlich hergestellten Trafoöle beitragen.

 

Im Frühjahr 2018 hat beisielsweise die Coventya (Private-Equity-Haus Silverfleet Capital) erwirbt zwei türkische Chemieunternehmen erworben. Coventya führt eine Beteiligung zu 80,6% bei der an der Börse Istanbul notierten Politeknik Metal durch. Das Unternehmen gehört zu den führenden Herstellern von Spezialchemikalien für die Veredelung von Aluminium-Oberflächen (AST – Aluminium Surface Treatment) in der Türkei. Politeknik besitzt neben der Fertigung in Tuzla auch eine Tochtergesellschaft in Atlanta / USA.

Coventya möchte das eigene Vertriebsnetz zum Ausbau des AST-Marktanteils in den USA und Europa stärker nutzen und an der steigenden Nachfrage nach leichten Materialien in Bereichen wie Automotive und Bauwirtschaft teilhaben. Darüber hinaus übernimmt Coventya die türkische Telbis, Vertriebshändler von GMF-Chemikalien.

 

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