Marktvoraussetzungen
Interessenten an Investitionen am Standort Deutschland stammen vor allem aus den westeuropäischen Ländern, den USA und JapanGrößter Einzelinvestor bleiben die USA. Laut fDi Markets (Financial Times Group) wurden allein im Zeitraum zwischen 2003 bis September 2008 635 Investitionsvorhaben US-amerikanischer Unternehmen begonnen oder umgesetzt. Es folgen Großbritannien, Frankreich, Japan und die Schweiz. Insgesamt verzeichnet "fDi Markets" 441 (2007) ausländische Investitionsvorhaben in Deutschland. Das bedeutet einen Anstieg um 23 Prozent gegenüber 359 (2006). Diese Tendenz setzt sich im laufenden Jahr fort. Zwischen Januar und September 2008 wurden bereits 382 neue Vorhaben ausländischer Investoren in Deutschland erfasst.
Als Gründe für eine Ansiedlung in Deutschland nennen ausländische Investoren immer wieder die Marktgröße, den Zugang zum europäischen Binnenmarkt, Deutschlands Infrastruktur und ausgezeichnete Forschungslandschaft, die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte sowie das international geschätzte Qualitätssiegel "Made in Germany". Seine internationale Position hat Deutschland auch mit der Unternehmenssteuerreform gestärkt. Der durchschnittliche nominale Unternehmenssteuersatz von unter 30 Prozent macht Deutschland wettbewerbsfähig gegenüber anderen europäischen Ländern und Mitbewerbern aus der ganzen Welt. Mit der Modernisierung des GmbH-Rechts lassen sich zudem Unternehmensgründungen erleichtern und beschleunigen.
Als besonders attraktiv erweisen sich aus Sicht der investierenden Unternehmen die Informations- und Kommunikationstechnologien, der gesamte Dienstleistungssektor, der Maschinenbau, die Automobil- und Chemiebranche sowie elektronische und Halbleitertechnologien. Ausgesprochen großes Wachstum verzeichnen die Erneuerbaren Energien. Bei der Produktion, Erschließung und Nutzung erneuerbarer Energiequellen nimmt Deutschland weltweit eine Vorreiterrolle ein. Genauso stoßen nachhaltige Mobilitätstechnologien auf anhaltendes Interesse bei internationalen Investoren.
10 Gründe für Investitionen in Deutschland
1. Großer Markt
Deutschland ist mit 82 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union und damit auch der größte Markt in der EU. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 2,2 Billionen Euro ist Deutschland die größte Volkswirtschaft in Europa und die drittstärkste Volkswirtschaft der Welt.
2. Zentrale Lage
Die zentrale Lage in Europa macht Deutschland zu einer Drehscheibe für Waren und Dienstleistungen. Dabei profitiert Deutschland vor allem von der EU-Erweiterung. So konnte Deutschland als einziges Land der sieben wichtigsten Industrienationen seinen Anteil am Welthandel seit 1995 erhöhen.
3. Offener Markt
Deutschland ist ein offener Markt und ausländischen Investoren gegenüber sehr aufgeschlossen. Das belegen rund 22.000 ausländische Unternehmen, die sich in Deutschland niedergelassen haben und inzwischen über 2,7 Millionen Menschen beschäftigen. Der deutsche Markt ist praktisch in allen Bereichen offen für unter-nehmerische Investitionen. Es existieren keine staatlich beherrschten Wirtschaftszweige mehr. Aufgrund der hohen Attraktivität der deutschen Unternehmen und der guten Investitionsbedingungen steht Deutschland zunehmend im Fokus ausländischer Private-Equity-Unternehmen.
4. Internationaler Standort
Über 7 Millionen Ausländer leben in Deutschland. In einigen Metropolregionen gibt es ausgeprägte ausländische Communities mit eigenen Schulen, Geschäften und Restaurants. So leben im Raum Düsseldorf sehr viele Japaner, in Frankfurt und Umgebung viele Koreaner und in Hamburg viele Chinesen. Etwa 70 Prozent der deutschen Arbeiter und Angestellten sprechen Englisch. Die größte ausländische Gruppe bilden die Türken.
5. Qualifizierte Arbeitnehmer
Deutschland bietet hervorragend qualifizierte, motivierte und verantwortungsbewusste Fachkräfte. Das hohe Niveau der Kenntnisse und Fähigkeiten der deutschen Arbeitskräfte ist international anerkannt. 383 Hochschulen decken den Bedarf an Spitzenkräften. Ein Pfeiler des deutschen Ausbildungssystems ist das "duale System" der Berufsausbildung, das innerbetriebliche mit schulischer Ausbildung verbindet und eine anerkannt hohe Ausbildungsqualität hervorbringt, die sich eng an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert.
6. Hohe Innovationskraft
Auf eine Million Einwohner kommen in Deutschland 277 weltmarktrelevante Patente – so viele wie nirgendwo sonst auf der Erde. Durch die enge Zusammenarbeit der Wirtschaft mit den großen weltbekannten Forschungseinrichtungen wie den Max-Planck- oder Fraunhofer-Instituten werden aus neuen Ideen schnell weltmarktfähige Produkte.
7. Hoch entwickelte Infrastruktur
Deutschland verfügt über ein dichtes Netz von Autobahnen, Eisenbahnlinien und internationalen Flughäfen. Das garantiert schnelle Verbindungen. Der Flughafen in Frankfurt ist eine internationale Drehscheibe. Der Hamburger Hafen ist einer der größten Container-Umschlagplätze Europas. Die Kommunikationsinfrastruktur ist im ganzen Land hervorragend ausgebaut.
8. Hohe Rechtssicherheit
Deutschland ist ein moderner Rechtsstaat mit transparenten Regelungen, die für jeden nachvollziehbar sind. Die Vorzüge sind international anerkannt. Das deutsche Rechtssystem ist Vorbild vieler Rechtsordnungen in anderen Ländern. Internationale Studien belegen, dass die deutsche Rechtssicherheit bei Investoren hoch im Kurs steht. Unter allen Staaten rangiert Deutschland danach auf dem vierten Platz der rechtssichersten Länder.
9. Starker Mittelstand
Die deutsche Wirtschaft ist mittelständisch geprägt. 85 Prozent aller Betriebe sind kleine oder mittelgroße Firmen. Dadurch ist die deutsche Wirtschaft sehr flexibel, vielfältig und wettbewerbsfähig. Viele der hoch spezialisierten mittelständischen Unternehmen sind Weltmarktführer in ihrem Bereich, sogenannte "Hidden Champions".
10. Weltbekanntes Markenzeichen
Deutsche Produkte mit dem Gütesiegel "Made in Germany" stehen weltweit für höchste Qualität. Nicht zuletzt dadurch ist Deutschland seit Jahren Waren-exportweltmeister. Besonders stark sind die Branchen Automobil, Maschinenbau, Elektro und Chemie. Stark im Kommen sind Zukunftsbranchen wie die umweltfreundliche Energieerzeugung oder die Nanotechnologie, in der sich alle zwei Jahre die Zahl der Patentanmeldungen verdoppelt. Ausländische Investoren profitieren von dem Gütesiegel "Made in Germany".
